Erfahrungen

Hindernisse

Aus den Erfahrungen der zweijährigen Pilotumsetzung des Kommunikationskonzepts mit elf Pilotheimen lassen sich folgende Hindernisse für Energieeinsparungen in stationären Pflegeeinrichtungen nennen:

  • Fehlender finanzieller Anreiz: Energieeinsparung bedeutet in der Regel keine Kosteneinsparung.
  • Das Thema Energie hat geringe Priorität aufgrund von Zeitknappheit und komplexen rechtlichen Vorgaben in der Pflegebranche.
  • Fehlende Zuständigkeit für Energiethemen und das Prüfen der Abrechnungen und der Energieverbräuche innerhalb der Einrichtung oder des Trägers.
  • Die Ausgangssituationen der einzelnen Einrichtungen sind individuell, daher ist ein einheitliches Konzept schwer umsetzbar.
  • Bevor Veränderungen sichtbar werden, muss Zeit investiert werden.
  • Die Dauerhafte Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestaltet sich schwierig.
  • Einsparungen durch Verhaltensänderungen sind meist nicht direkt quantifizierbar.
  • Hohe Einsparungen sind oft nur durch technische Verbesserungen möglich. Die Möglichkeiten für Investitionen in Anlagentechnik sind stark von der Trägerstruktur abhängig.

Erfolgsfaktoren

Dennoch wurden gute Energieeinsparungen erzielt, die Ergebnisse sind in der Energiedatenauswertung einsehbar. Die folgenden Erfolgsfaktoren begünstigen die Reduzierung der Energieverbräuche:

  • Die Einrichtungsleitung ist überzeugt, nimmt das Thema Energie als festen Bestandteil von Abläufen und Besprechungen auf und benennt eine energieverantwortliche Person.
  • Die Haustechnik wird eingebunden, im besten Fall als energieverantwortliche Person.
  • Die Bereichsleitungen nehmen das Thema auf und geben es an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter.
  • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beteiligt und ihre Ideen werden ernstgenommen.
  • Ein gutes Betriebsklima unterstützt die Motivation aller beteiligten Personen.
  • Es wird regelmäßig und mit konkreten Handlungsempfehlungen an das energiebewusste Verhalten erinnert.
  • Die Energie-schenkt-Freude Kampagne wird abwechslungsreich gestaltet und die Materialien werden wechselnd eingesetzt, sodass sie sichtbar bleiben.
  • Die Energiedatenauswertung wird in der Einrichtung regelmäßig besprochen und motiviert durch sichtbare Einsparungen.
  • Ein beratender Partner unterstützt bei regelmäßigen Terminen im Haus.
  • Der Austausch zwischen mehreren Einrichtungen bringt weitere Ideen für Einsparmaßnahmen und motiviert durch den Vergleich der Energiedatenauswertung.
  • Neben dem energiebewussten Verhalten werden zumindest einfache technische Maßnahmen ergriffen, Beispiele sind im Maßnahmenkatalog sowie der Energiedatenauswertung aufgeführt.