Maßnahmenkatalog

Diese Seite enthält technische und organisatorische Maßnahmen für eine Reduzierung des Energieverbrauchs.
Haben Sie das Alles schon gewusst? Einige Tipps sind sicher auch für Ihre Altenhilfeeinrichtung interessant.

 

Allgemeines/ Organisation
 

Technik Aufzüge

Schalten sich die Aufzüge automatisch ab, wenn sie eine bestimmte Zeit lang nicht benötigt wurden? Die Betriebsbereitschaft der Aufzüge verbraucht Strom, der durch die automatische Abschaltung eingespart werden kann.

Auch die Kabinenbeleuchtung in den Aufzügen kann mit einem Bewegungsmelder an den Bedarf angepasst werden.

 

Gebäude

Die Energieeffizienz kann durch die Bauphysik, die Wärmeversorgung, die Lüftung & Klimatisierung, die Lichttechnik und die Gebäudeautomation optimiert werden. Damit kann eine Energieeinsparung von ca. 30 % erreicht werden.

Dämmen ist oft auch für Teilbereiche (z.B. Flachdächer, obere Geschossdecke, Rückseite des Gebäudes) sinnvoll.

Oft lassen sich bauliche Maßnahmen gut kombinieren, z.B. kann ein Dach dann gedämmt werden, wenn gerade Reparaturen notwendig sind.

Eine intakte Raumhülle/ Gebäudehülle ist wichtig, um Wärmeenergie zu sparen. Beispielsweise sollten Löcher in der Wand von nicht mehr benötigten Abluftventilatoren geschlossen werden.

In älteren Gebäuden lohnt sich das Abdichten der Fenster und Türen mit Dichtungsbändern aus Schaumstoff oder Kunststoff.

 

Energiemanagement

Bei einer Energieberatung oder einem Energieaudit werden der Zustand des Gebäudes sowie Verbrauchsdaten erfasst und ausgewertet. So lassen sich Handlungsnotwendigkeiten erkennen.

Die Einführung eines Energiemanagements hat ein Energieeinsparpotenzial von 10 %. Hierfür ist eine fortlaufende Erfassung und Auswertung der Energiedaten von Bedeutung.

Durch das Ändern des Nutzer- und Betreiberverhaltens kann ca. 10 % Energie gespart werden.

Überlegen Sie sich schon im Vorherein, ob Sie ihre Einrichtung zukünftig an ein Fernwärmenetz anschließen lassen oder ob Sie ein BHKW verwenden wollen.

In einer Lastganganalyse werden die Zeiten mit dem höchsten Stromverbrauch sichtbar. Durch das Ausschalten von nicht benötigten Verbrauchern in der Nacht wie Außenbeleuchtung, Parkplatzbeleuchtung, Hausbeleuchtung von außen, Werbebanner, etc. kann der Stromverbrauch gesenkt werden. Die Lastspitzen können durch organisatorische Maßnahmen geglättet werden (z.B. durch den Wäschereibetrieb am Nachmittag).

Die Haustechnik hat einen großen Einfluss auf den Energieverbrauch und bietet auch gute Möglichkeiten, Energieeinsparungen zu erzielen. Deshalb müssen der Haustechniker und die Einrichtungsleitung sensibilisiert sein und die Energiedaten fortlaufend erfassen und kontinuierlich prüfen, um Fehler entdecken und beheben zu können.

 

Verhalten allgemein

Bei notwendigen Arbeiten am Gebäude oder Anschaffungen von Geräten sollte Energieeffizienz immer gleich mitgedacht werden. Wer sich schon vor einem Ausfall der Heizung über die Möglichkeiten informiert hat, kann sich zielgerichtet um einen effizienten Ersatz kümmern.

Mit Schulungen und Kommunikation kann das Personal über das Thema Energiesparen informiert und motiviert werden. Durch energiebewusstes Verhalten lässt sich Energie sparen.

Fachzeitschriften helfen der für Energie verantwortlichen Person, sich kontinuierlich auf den neuesten Stand über Energiethemen zu bringen.

 

 

Wärme
 

Thermostatventile Technik

In Fluren, Treppenhäusern und ungenutzten Räumen (Nebenräume) kann das jeweilige Thermostatventil auf der passenden Stufe arretiert werden, sodass die Raumtemperatur konstant bleibt.

Bei einer Abwesenheit von mehreren Tagen kann die Raumtemperatur auf 12 °C heruntergeregelt werden. Die Heizung sollte jedoch nicht ganz abgeschaltet werden, da das Aufheizen eines ausgekühlten Raums viel Energie benötigt.

Mit programmierbaren Heizkörperthermostaten kann die Raumtemperatur individuell und für verschiedene Tageszeiten automatisiert eingestellt werden. Gute Heizkörperthermostate gibt es schon ab 25 €.

Allgemein gilt die Regel, dass bei einer Reduzierung der Raumtemperatur um 1 °C ca. 6 % Heizenergieeinsparung möglich ist.

 

Heizungsanlage Technik

Damit die Heizungsanlage ordnungsgemäß funktioniert, wird ein hydraulischer Abgleich empfohlen. Dabei wird der Wärmebedarf jedes Raumes ermittelt und die Einstellung der Thermostatventile der Heizkörper daran angepasst. Die technisch korrekte Ausführung des hydraulischen Abgleichs ist sehr wichtig für einen effizienteren Heizungsbetrieb. Deshalb sollte bei der Auswahl der Heizungsfirma auf die Referenzen und Erfahrungen geachtet werden.

Ältere Heizungspumpen sind oft zu groß dimensioniert und arbeiten mit einem zu hohen Volumenstrom. Beim Einbau von neuen Pumpen kann der Volumenstrom um ca. die Hälfte reduziert werden, was einem Energieeinsparpotential von ca. 20 % entspricht.

Wenn es im Heizungskeller deutlich zu warm ist, sollten die Rohrleitungen dort gedämmt werden. Dies ergibt ein Energieeinsparpotential von 10-15 % des Wärmeverbrauchs.

In Bädern kann die Heizen-Lüften-Problematik damit gelöst werden, dass die Heizungsregelung an die Fensterstellung gekoppelt wird oder ein bedarfsgerechter Lüfter eingebaut wird.

 

Verhalten

Entlüften Sie die Heizkörper vor Beginn der Heizperiode, damit sie effizienter arbeiten. Reinigen Sie stark verschmutze Heizkörper und stellen Sie keine Möbel vor die Heizkörper.

Nachts und bei Abwesenheit können Sie die Temperatur reduzieren.

Durch eine isolierende Reflektionsfolie, die hinter den Heizkörpern auf die Wand geklebt wird, können Wärmeverluste an das Mauerwerk verhindert werden.

Türen zu kühleren Räumen sollten Sie geschlossen lassen, damit die Heizwärme nicht entweichen kann. Überprüfen Sie hierzu auch, ob Türschließer bzw. das Türband noch vollkommen intakt ist.

Achten Sie darauf, dass die Heizung beim Lüften ausgeschaltet ist.

Gekippte Fenster sollten Sie vermeiden. Effizienter ist regelmäßiges Stoßlüften und v.a. Querlüften. Dafür öffnen Sie z.B. ein Fenster und eine gegenüberliegende Tür. Der Luftaustausch des gesamten Raums kann hierbei in 1-5 Minuten erfolgen.

 

 

Strom
 

Beleuchtung Technik

Langfristig kann bei der Beleuchtung im Allgemeinen Energie gespart werden, wenn sie mit Bewegungsmeldern betrieben wird. Alternativ können auch Zeitschaltuhren oder Dämmerungsschalter eingebaut werden.

Durch die Umrüstung der Beleuchtung auf effiziente LED-Lampen sind hohe Stromeinsparungen möglich. Planen Sie die Umrüstung parallel zum Flurumbau und bestellen Sie ein Muster, bzw. eine Probelampe, um die Lichtstärke und -farbe vor Ort ausprobieren zu können.

Eine LED-Lampe als Einzugsgeschenk für neue Bewohner bietet eine Möglichkeit, die Energieeffizienz der Beleuchtung in den Bewohnerzimmern zu erhöhen.

Empfohlen wird zudem, die Nachtnotbeleuchtung zu überprüfen. Manchmal wird diese nach Gebrauch nicht wieder ausgeschaltet. Prüfen Sie daher den Schalter in den Funktionszimmern und erinnern Sie Ihre Mitarbeiter an das Ausschalten der Beleuchtung.

Durch Anpassung der Schaltung an die Situation vor Ort, kann die Beleuchtung optimiert werden. Beispielhaft kann die Beleuchtung des gesamten Treppenhauses von der Flurbeleuchtung des Treppenabgangs zum Keller entkoppelt werden. Möglich ist dies auch für den Zugang zum Waschraum im Keller oder anderweitig genutzter Räume.

Durch den Einbau von Bewegungsmeldern in Funktionsräumen kann Strom gespart werden.

 

Beleuchtung Verhalten

In den Gemeinschaftsräumen und in den Zimmern der Bewohner kann Energie gespart werden, wenn elektrische Geräte zur Unterhaltung immer ausgeschaltet werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Mit Hilfe einer Steckerleiste mit Kippschalter ist das Ausschalten sehr einfach.

Wenn Sie das Licht bei Abwesenheit und bei ausreichendem Tageslicht ausschalten, können Sie in der gesamten Einrichtung pro Jahr bis zu 50 % Strom sparen. Schalten Sie das Licht beim Verlassen eines Raumes aus.

Unnötig brennendes Licht im Kühlraum wirkt sich doppelt schlimm auf den Energieverbrauch aus: Es wird Strom verbraucht und zusätzlich verursacht das Licht einen Wärmeeintrag, der durch die Kühlung wieder abgekühlt werden muss. Deshalb: Setzen Sie LED-Leuchten im Kühlraum ein und löschen Sie das Licht beim Verlassen des Kühlraums.

 

Elektrische Geräte

Im Büro kann Energie gespart werden, wenn Computer, Drucker und weitere Geräte ausgeschaltet werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Der Stand-by-Modus sollte vermieden werden. Prüfen Sie die Energiesparoptionen der Geräte. Somit können Sie zwischen 10 und 40 % Strom einsparen.

In den Wohnbereichen oder in Bewohnerzimmern stehen oft zusätzliche Kühlschränke, die in der Summe einen hohen Stromverbrauch verursachen. Eine Überprüfung, ob diese Geräte wirklich benötigt werden, ist daher ratsam. Messen Sie die benötigte Leistung mit einem Strommessgerät. Wenn die Leistung eines Kühlschranks über 400 kW beträgt, lohnt sich in der Regel der Austausch durch ein neueres effizienteres Gerät.

Wenn Waschmaschinen und Spülmaschinen an die Warmwasserleitung angeschlossen werden können, kann Strom für das Aufheizen des Wassers eingespart werden.

Trockner können gegen Erdgas-Wärmetrockner ausgetauscht werden. Dabei sind Einsparungen von ca. 3 € pro Trocknungsgang möglich.

Falls eine Kühlung von Speiseabfällen vorhanden ist, sollte überprüft werden, ob dies notwendig ist. Durch die Abschaltung entfallen der Strom und der Aufwand für Wartung.

 

Verhalten Küche

In der Küche kann Strom gespart werden, wenn die elektrisch beheizten Wärmewagen, die das Essen warmhalten, gegen isolierte Behälter ohne Energieverbrauch ausgetauscht werden.

Überprüfen Sie die Temperatur in Ihren Kühl- und Gefrierschränken. Zum Kühlen reichen 6 °C aus und zum Gefrieren -18 °C. Bei der Nutzung achten Sie darauf, dass die Türen von Kühl- und Gefrierschränken nur kurz geöffnet werden. Tauen Sie zudem die Kühlschränke und Gefriertruhen regelmäßig ab.

Stellen Sie Kühlgeräte möglichst nicht neben Wärmequellen auf.

An dem Wärmeübertrager (Rohrschlange) an der Rückwand der Kühlgeräte sammelt sich Staub an, der die Wärmeübertragung mindert. Entstauben Sie dort mindestens einmal im Jahr und sparen Sie damit bis zu 10 % Strom.

Erhitzen Sie nur die benötigte Menge an Wasser. Am besten nehmen Sie dafür einen Wasserkocher, der selbst abschaltet, sobald der Siedepunkt erreicht ist.

Durch gezieltes Einkaufen können Sie Lebensmittelabfälle vermeiden. Mit dem nachhaltigen Kauf von regionalen Produkten und einer Energieoptimierung der Küche kann ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

 

 

Wasser
 

Technik

Mit Perlatoren, Durchflussbegrenzern und Sparduschköpfen kann der Wasserverbrauch ohne Komfortverlust um 30 bis 50 % gesenkt werden. Zusätzlich kann die Nachlaufzeit der Wasserhähne in den Waschbecken kontrolliert werden.

Mit einem modernen Spülkasten kann der Wasserverbrauch der Toilettenspülung halbiert werden. Stopptasten können für 5 bis 10 € nachgerüstet werden. Für die richtige Anwendung können Sie an die Toilettenspülkästen mit Spartaste Hinweisschilder bzw. Aufkleber anbringen.

Waschmaschinen sollten möglichst an einen Warmwasseranschluss angebunden werden.

 

Verhalten

Wenn die Spülmaschinen in der Küche und Waschmaschinen und Trockner in der Wäscherei möglichst immer voll betrieben werden, kann Wasser und Strom gespart werden. Empfohlen wird hier, z.B. die Ladungen in der Wäscherei zu wiegen.

Beim Abduschen des Geschirrs vor dem eigentlichen Spülvorgang kann Energie gespart werden, indem höchstens lauwarmes Wasser verwendet wird. Mit lauwarmem Wasser wird das Geschirr leichter sauber, da sich die Stärke in den Speisenresten besser löst als mit heißem Wasser. Außerdem wird weniger Energie benötigt, um das Wasser zu erwärmen.

Wasser und Energie kann durch das Pflegepersonal beim Waschen der Bewohner gespart werden, indem das Warmwasser nur so lange wie nötig aufgedreht wird.

Werden Reinigungsutensilien wie Mops, Lappen o.ä. mit speziellen Desinfektions-Waschmitteln gewaschen, ist das Trocknen im Trockner nicht nötig. Die Textilien können nach dem Waschen direkt wiederverwendet werden.

Das Trocknen der Mops in Trocknern kann dadurch verhindert werden, dass das Waschen an den Zeitplan des Reinigungspersonals angepasst wird. Dies kann mithilfe einer Programmierung der Waschmaschinen oder Zeitschaltuhren erfolgen. Mit vorbehandelten Reinigungstextilien kann das Trocknen ebenfalls vermieden werden, da diese in nassem Zustand gelagert werden dürfen. Hierzu sollte das zuständige Gesundheitsamt befragt werden.

 

 

für andere Bereiche
 

Küche und Kochen

Klimafreundliche Beilagen wie Nudeln oder Kartoffeln haben bei der Produktion niedrigere Treibhausgasemissionen als z.B. der Nassanbau von Reis.

Auch durch den Einsatz von frischer Ware und möglichst Verwendung von Bioprodukten können gegenüber Tiefkühlgemüse und Gemüsekonserven Treibhausgasemissionen reduziert werden. Das Reduzieren der Fleischportionen fällt auch darunter.

Wenn öfter saisonale und regionale Waren verwendet werden, werden die Lagerung, Kühlung und der Transport und damit auch Treibhausgasemissionen reduziert.

Durch den Verzicht von Portionspäckchen beim Frühstück kann nicht nur Verpackungsmaterial, sondern auch Geld eingespart werden.

Werden übrig gebliebene Lebensmittel in Frischhaltedosen oder Gastronormiebehälter umgefüllt, kann auf Alufolie verzichtet werden.

 

 

Quellen und weitere Informationen

Projekt REGENA. 2016. Abschlussbericht der Verbundpartner – Förderkennzeichen: FKZ 03ET 1070. Maßnahmenkatalog S.417-445. REGENA. Saarbrücken.
www.bmu.de
www.ecotopten.de
www.energieagentur.nrw.de
www.energiesparentipps.de/kuehlgeraete.html
www.kirchefuerklima.de
www.klima-sucht-schutz.de
www.test.de
www.uba.de/umweltbewusstleben
www.grossekueche-kleineflamme.de
www.invia-akademie.de/oehw